Künstlerische Gestaltung | | Eröffnung: Waldglas - Glaskunst |
| Beschreibung | Waldglas - Glaskunst Eröffnung Mecklenburg gehört zu den bedeutendsten deutschen Glashüttenzentren der Vergangenheit. Immerhin 275 unterschiedliche Glashüttenstandorte lassen sich über einen Zeitraum von mehr als 300 Jahren auf dem Territorium des heutigen Mecklenburg-Vorpommern nachweisen. Längst zählen auch unverzierte Gebrauchsgläser nicht nur in Museen zu geschätzten Sammlerstücken. Im Mittelpunkt des historischen Teils der Ausstellung stehen die Formensprache sowie die Gebrauchsweise der Gläser des 17. bis 20. Jahrhunderts. Gleichzeitig soll Fragen nachgegangen werden, wie: Was ist aus dem alten Handwerk geworden? Wie typisch ist Mecklenburgisches Waldglas? Obwohl in den vergangenen Jahrhunderten Tausende Waldgläser und Flaschen in Mecklenburg produziert wurden, gehören diese heute zu ausgesprochenen Raritäten und begehrten Sammlungsobjekten. Heute, etwa hundert Jahre nach dem Ende der letzten Glashütte in Mecklenburg, befassen sich vorrangig Künstler mit der Herstellung hochwertiger Glasobjekte unterschiedlicher Funktion. So betreiben die Künstler Regina und Norbert Kaufmann eine Glashütte an dem traditionellen Hüttenstandort bei Glashagen in der Nähe von Bad Doberan. Unter dem Motto „Die Natur hat´s erfunden.“ stellen Sammler aus Schwerin natürliche Gläser vor, die sie von den unterschiedlichsten Orten dieser Welt zusammengetragen haben. Entstanden sind solche oft bizarren Objekte z.B. durch die ungeheure Hitzeeinwirkung beim Aufprall von Meteoriten auf die Erdoberfläche. Aber auch der Vulkanismus oder das Einschlagen von Blitzen schufen die sonderbarsten Gebilde aus Glas ohne menschliches Zutun. Das dabei entstandene Naturglas Tektit begeisterte durch seine Formenvielfalt und Entstehungsgeschichte den Schweriner Goldschmied Michael Ahnsorge. Im böhmischen Budweis suchte er selbst nach Moldawiten, die ihn dann zu besonderen Schmuckstücken inspirierten. Ganz anders entstehen die „Glaslinge“ aus der Werkstatt von Oliver Drobar. “Organisches Design“ nennt Drobar seine intime Arbeit mit Glas, dessen Schmelze Anlass zur Empfindung von Formen und deren Entwicklung gibt. Der Glaskünstler arbeitet mit Vorliebe an Strukturen, die an Naturformen erinnern. Er spürt dem Glas so lange nach, bis es lebendig wirkt. Die Schönheit, die in der Natur pulsiert, ist in ihren vielfältigen Erscheinungsformen im Großen wie im Kleinen das vollkommene Ideal. Diese Schönheit - in der Wahrnehmung fragil und anmutig - ins Glas zu bringen, ist Ziel des Künstlers. Im 2. Teil der Ausstellung wird der Bogen vom Waldglas zur modernen Glasgestaltung geschlagen und zu funktionalen Objekten zurückgekehrt. Da sind auf der einen Seite die Kaufmanns aus Glashagen mit Schalen, Flaschen, Vasen und Trinkgläsern - einfachen Gefäßen, die in ihrer Klarheit und Strenge an skandinavische, aber eben auch an norddeutsche Traditionen erinnern. An der Glasmacherpfeife wird die erdachte und gezeichnete Form lebendig. Die Kooperation zwischen Gestalter und Glasmacher ist hier grundlegend für das Gelingen. Susanne und Ulrich Precht kommen aus Lauscha. Ihre Studioglasobjekte sind mit zarten Grafiken versehen. Bei anderen Arbeiten werden unterschiedliche Materialien, wie zum Beispiel Blattsilber, in hohl geblasene Objekte eingeschmolzen bzw. aufgedampft. Das geschieht oft in mehreren Schichten. Auf diese Weise entsteht das Dekor in der Tiefe des Materials und schafft zusätzliche räumliche Effekte. Im Gegensatz dazu befassen sich Thomas Kuzio aus Neu-Sommersdorf und Andreas Wolff aus Berlin vorrangig mit Glas am Bau – in der modernen Architektur ebenso wie an historisch interessanten Gebäuden. Es entstehen auf unterschiedliche Weise Fenster- und Wandgestaltungen. Kuzio bemalt oder besprüht sandgestrahltes Glas und brennt die Farbe anschließend ein. Wolff verändert die Oberfläche farbiger Gläser durch thermische Verformung oder bearbeitet die unterschiedlichen Gläser ebenfalls mit einem Sandstrahl. Die Ausstellung wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Bildung und Kultur Mecklenburg-Vorpommern und die Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin in der Landeshauptstadt. Es sprechen: Hermann Junghans - Kulturdezernent der Landeshauptstadt Schwerin Volker Janke - Ethnologe aus dem Mecklenburgischen Volkskundemuseum Schwerin Musikalische Umrahmung: Axel Merkel, Halle - Virtuose Musik auf Gläsern Ausstellungsdauer: 25.06. – 29.08. Eintritt: zur Eröffnung frei; ab 26. 06.: 5,– € / 3,– € (Mecklenburgisches Volkskundemuseum Schwerin und Schleswig-Holstein-Haus)
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| Datum: | 24.06.2010 |
| Uhrzeit: | 17:00 |
| Ort: | Schleswig-Holstein-Haus Puschkinstr. 12 19055 Schwerin Schelfstadt
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| Informationen: | Schleswig-Holstein-Haus, Puschkinstr. 12, 19055 Schwerin Tel.: 0385 5555 27 |
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