Sonderausstellung | | Hier wird angekurbelt! |
| Beschreibung | Die Mechanik des vergessenen Alltags Das Freilichtmuseum Schwerin-Mueß startet am 25. April 2010 um 15.00 Uhr mit einer ganz außergewöhnlichen Ausstellung in die Saison. Eine vielfältige Auswahl an historischen und fast schon vergessenen Arbeits- und Wirtschaftsgegenständen zeigt, wie umfangreich die körperlichen Anforderungen im Alltag waren und was man so alles „ankurbeln“ musste. Heutzutage macht man sich wenig Gedanken über den Antrieb von Arbeitsgeräten, die im Alltag zur Selbstverständlichkeit geworden sind. Ein Knopfdruck oder „touch“ genügt und schon erledigt ein Elektromotor die Arbeit, ohne dass wir ihn so wirklich wahrnehmen. In vorindustrieller Zeit hätte man dies wohl als Teufelswerk verschrien. Noch in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts war Muskelkraft gefragt, wenn es um den Antrieb von Arbeits- und Hauswirtschaftsgeräten ging. Insbesondere in kleinen bäuerlichen und handwerklichen Betrieben, die sich Dampfmaschinen, Transmissionsanlagen oder Stromantriebe nicht leisten konnten, musste man die Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes aus eigener Kraft „ankurbeln“. Manuell bediente zum Beispiel der Landmann das Schwungrad der Häckselmaschine, der Kornstaubmühle oder Kartoffelsortiermaschine, der Dorfschmied kurbelte seinen schweren Schwingbohrer an und der Fischer mühte sich ab mit der Fischnetz- und Ankerwinde. All diese handbetriebenen Arbeitsgeräte können in den verschiedenen Ausstellungsobjekten des Mueßer Freilichtmuseums als Zeugnisse vergangener Zeit begutachtet werden. Darüber hinaus zeigt die Sonderausstellung noch weitere Arbeitsbereiche, in denen die Kurbel eine wesentliche Rolle spielt. Dazu gehören Hutmacher, Barbiere, Imker oder Schneider. Mit dem Wiederaufbau und der wirtschaftlichen Entwicklung nach den verheerenden Kriegsjahren löste die Automatisierung in vielen Produktionsbereichen schrittweise den unrentablen, schweren und monotonen Handantrieb ab. So verschwand die Kurbel immer mehr aus der Arbeitsdomäne der Männer. Die Frauen hingegen kurbelten noch lange in ihrer vertrauten Hauswirtschaft weiter. Kaffeemühlen, Salatschleudern, Fruchtpressen, Brotschneidemaschinen, Fleischwölfe, Gewürzmühlen, Kirschentkerner, Eishacker und die „flotten Lotten“ taten noch unablässig ihre Dienste, angetrieben durch geübte Frauenhände. Bis zum 5. September dreht sich Mueßer Kunstkaten alles um die Wunderwelt der Kurbel.
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| Datum: | So, 25.04.2010 – So, 05.09.2010 |
| Uhrzeit: | 15:00 – 17:00, ab 27.4.2010 10 – 18 |
| Ort: | Freilichtmuseum Schwerin-Mueß/ Kunstkaten Alte Crivitzer Landstraße 13 19063 Schwerin Mueß
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| Informationen: | Alte Crivitzer Landstraße 13 19063 Schwerin Tel.: 0385 2084110 www.schwerin.de/freilichtmuseum |
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