| Beschreibung | "Vergessene Denkmäler der Liebe" - Zeugnisse des Totenkronenbrauchs in Mecklenburg und der Mark Brandenburg Volkskunde ist eine Wissenschaft, die sich mit allen Facetten des Lebens beschäftigt. Dazu gehört auch das Ende des Lebens, mit Fragen nach den Überlieferungen und Bräuchen des Abschiednehmens. Zuweilen sind es sehr alte und äußerst interessante Objekte aus der Museumssammlung, die solche Fragen aufwerfen, wie es bei den „Totenkronen“ der Fall ist. Diese Zeugnisse frühren Brauchtums sind weitestgehend in Vergessenheit geraten. Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein erhielten ledig Verstorbene eine filigran gefertigte „Toten“-Krone, als Ersatz für die im Leben nicht erlangte Brautkrone. Als Symbole der Liebe und der Erinnerung wurden diese Kronen auch auf handbemalten und beschrieben Konsolen in den Kirchen präsentiert, was von der Obrigkeit jedoch nur bedingt gebilligt worden ist. Daher wurden Totenkronen und Kränze auch in verglasten Schmuckkästen zum Angedenken aufbewahrt. Hintergründe, Varianten und Verbreitung dieses Brauchtums hat die Kunsthistorikerin Frau Dr. Sylvia Müller aus Berlin erforscht. So entstand eine Ausstellung zu brandenburgischen Totenkronen, mit erweiterter Spurensuche in Mecklenburg. Erstaunliche Belege finden sich auch noch in unserer Region. Es sind liebevoll gefertigte Schmuckelemente, deren Form und Dekor den Hochzeitskronen entlehnt sind. Sie bestehen aus sehr schlichten und empfindlichen Schmuckelementen, wie Seidenbändern, Zweiglein, Papier- oder Teigblumen, aber auch aus Blüten, die mittels Fischschuppen, Federn oder Sämereien selbst gefertigten wurden. Die geradezu bunte Vielfalt der Totenkronen sowie geschichtliche Aspekte der Bestattungsbräuche zeigt eine Sonderausstellung im Kunstkaten des Mueßer Freilichtmuseums vom 24. April bis zum 26. Juni 2011. |