Vortrag/Bildung

 „Mammut und andere Elefanten“ 
BeschreibungDas Mammut ist das populärste ausgestorbene Säugetier. Es war bis in die Weichsel-Eiszeit auch in Mecklenburg-Vorpommern beheimatet und ist sozusagen Teil unserer einheimischen Tierwelt. Einige seiner Überreste aus der Zoologischen Sammlung werden vorgestellt.
Die letzten seiner Art überlebten auf der Wrangel-Insel im nördlichen Eismeer und wurden dort von ihrem erbitterten Verfolger, dem jagenden Menschen, erst vor etwa 6000 Jahren eingeholt und aufgegessen. Daher mischt sich das Gefühl der Schuld und des Bedauerns mit dem des Dankes dafür, dass das Mammut einem nennenswerten Teil unserer Vorfahren – und damit uns – mit Fleisch, Fett und Fell das Überleben in den kältesten Phasen der letzten Eiszeit gesichert hat. Seine Zähne dienten Kunst und Handwerk.
Das Mammut gibt auch Anlass, einen Blick auf seine weitere Elefantenverwandtschaft zu werfen, die eine lange Entwicklung vom kleinen Insektenfresser zu einem unerwarteten Artenreichtum riesiger Vegetarier zurücklegte. Immer wieder stoßen wir auf wie beim Mammut auf Ausrottung durch den Menschen in jüngster Zeit, aber auch auf spannende kulturelle Beziehungen.
Geblieben sind 3-4 Arten, deren verwandtschaftlicher Status erst in jüngster Zeit (fast) geklärt werden konnte. Auch von ihnen ist Belegmaterial in der Zoologischen Sammlung. Der Indische Elefant wurde früh gezähmt und errang als „Ganesh“ in Indien sogar den Rang einer Gottheit. Auch Teilpopulationen des Afrikanischen Elefanten wurden von Karthagern und den Ptolemäern in Ägypten als Kriegswaffen, die „Tanks der Antike“ eingesetzt. Gaius Julius Caesar leitete seinen Namen von einer numidischen Bezeichnung für den Elefanten ab, so dass sein als „Kaiser“ oder „Zar“ zum Titel gewordene Eigennamen „Caesar“ diese Würdenträger eigentlich als Elefanten anspricht. Im diplomatischen Dienst stand der Elefant, den Kalif Harun al-Raschid aus Bagdad zu Kaiser Karl dem Großen nach Aachen schickte. Und vieles mehr. Elefanten – eine unendliche Geschichte.
Die Veranstaltung ist öffentlich.
Datum:26.01.2011
Uhrzeit:17:00
Ort:Hörsaal Zoologie
Universitätsplatz 2
1805* Rostock
Lokalisieren
Lokalisieren mit GoogleMaps
Informationen:Prof. Dr. Ragnar Kinzelbach
Universität Rostock
Tel.: Telefon: 0381 498 6278


Impressum/Nutzungsbedingungen   |   Datenschutz   |   Veranstaltung eintragen


waswannwo-mv.de ist ein Service von:      Ferienwohnungen und Ferienhäuser an Ostsee und Seenplatte online buchen